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Hawaii mit Baby – was man beachten sollte

Als mein bester Freund 2013 in die USA zog war klar, daß ich von nun an meine Ferien in Amerika verbringen würde. Und so landete ich 2015 das erste Mal für 5 Wochen auf Hawaii. Nach zwei Wochen auf Oahu kam mein bester Freund dazu und wir flogen weiter nach Maui und Big Island. Es war herrlich und schnell wurde mir klar, ich muss wieder kommen, denn es gab einfach so viel zu sehen.

Die Elternzeit eignet sich einfach so ideal zum Reisen, denn die Kleinen kann man meist problemlos überall mit hintragen und selten hat man sonst gemeinsam so viel Zeit.

 

Dennoch gibt es einiges zu beachten, bevor man sich für ein Reiseziel entscheidet.

> Gibt es für den Notfall eine gute Ärztliche Versorung

> Bekomme ich vor Ort problemlos Babyutensilien (Premilch, Winderln, Brei etc)

> Gibt es eine gute Anreisemöglichkeit

> Passt es ins Budget

Da Hawaii teil der USA ist, haben wir uns um die ärztliche Versorgung und die Babyutensilien nicht so Sorgen gemacht. Aber der lange Flug hat uns doch etwas abgeschreckt, sodass wir kurz über Südafrika als Alternative nachgedacht haben. Zudem ist Hawaii kein günstiges Reiseziel. Für etwas schönere Unterkünfte gibt man schnell an die 200$ pro Nacht aus. Da bekommt man in Südafrika oder in Thailand mit weitaus weniger Geld aus. Und dennoch, gerade weil Hawaii so weit weg ist, wollten wir die Elternzeit für ein Ziel nutzen, was vielleicht bald nicht mehr so einfach zu bereisen sein wird. Und da wir ja zusätzlich noch meinen besten Freund in San Francisco besuchen konnten, war die Entscheidung für Hawaii schnell gefallen.

Welche Insel(n)?

Die Entscheidung für Hawaii viel uns leicht, aber welche Inseln wollten wir besuchen? Wieviele Stopps wollten wir uns mit Baby im Gepäck zumuten und wollten wir etwas neues kennen lernen, oder lieber dahin, wo ich bereits wusste, dass es schön war…?

Insgesamt gehören 137 Inseln und Atolle mit einer Gesamtfläche von 16.625 km² zu Hawaii, die meisten davon sind jedoch nicht oder nicht mehr bewohnt. Die acht größten Inseln sind Ni’ihau, Kaua’i, O’ahu, Moloka’i, Lana’i, Maui und Hawai’i (auch Big Island genannt, damit man es nicht mit der gesamten gleichnamigen Inselgruppe verwechselt).

Aufgrund der Hauptstadt Honolulu und seinen Waikiki Stränden ist O’ahu vermutlich die bekannteste Insel. Wenn man sich aber fernhält von Honolulu und dem Gewusel in Waikiki, ist und bleibt O’ahu für mich eines der schönsten Reiseziele. Zugegeben, hier ist das Abenteuerfeeling kleiner als auf den anderen Inseln, aber dafür gibt es hier mit die schönsten Strände von ganz Hawaii. Ich liebe O’ahu, also war klar, dass wir einen Teil unserer Zeit in Kailua verbringen würden, einer wenig touristischen Gegend mit wundervollem Strand nordöstlich der Insel.

Big Island ist wunderbar zum Wandern und faszinierend durch seine aktiven Vulkane. Aber sie hat weniger Sandstrände und ist nicht so grün wie die anderen Inseln. Kurzum für eine Reise mit Baby ist Big Island nicht die beste Insel.

Aber da wir noch eine weitere Insel bereisen wollten, die lange Anreise sollte sich ja schließlich lohnen, lag unsere finale Wahl zwischen Maui und Kaua’i. Maui hat eine sehr touristische Seite und ein wunderschönes Hinterland, das durch Surfer, Yogis und Hippies geprägt ist. Die Road to Hana ist nach wie vor eines der schönsten Roadtrips, die man auf Hawaii machen kann. Aber da ich Maui eben schon kannte, haben wir uns schlussendlich für die Garteninsel Kaua’i als zweiten Stop entschieden. Und damit Stand unser Trip. Hamburg, San Francisco, Kaua’i, O’ahu, San Francisco, Hamburg. Insgesamt 6 Wochen, von denen wir jeweils 3 Tage auf dem Hin- und Rückweg bei unseren Freunden in San Francisco verbrachten. Dieser Zwischenstopp stellte sich übrigens auch wegen des Jetlags als absolut richtige Entscheidung heraus.

 

Anreise

Die besten Verbindungen nach Hawaii sind entweder über Los Angeles oder über San Francisco. Die Flugzeit nach LA bzw San Francisco beträgt in der Regel 13 Stunden und von dort sind es dann noch mal 6 Stunden bis nach Hawaii. Ich würde immer einen mehrtägigen Zwischenstopp in einen der beiden Städte einplanen. Ganz besonders, wenn man mit Kleinkindern reist, sind Zwischenstopp Gold wert. Beide Städte haben ja auch einiges zu bieten, sodass aus einem notgedrungenen Zwischenstop eine schöne Reise werden kann. Wir sind die Langstrecke mit Lufthansa geflogen und sind dann von Oakland mit Alaska Airline, weiter nach Kaua’i geflogen. Oakland ist ohnehin ein Geheimtipp für Flüge in und von der Bay-Area. Es ist nur 30 Minuten mit der Bart (eine Art S-Bahn) von San Francisco entfernt und hat oft die günstigeren Verbindungen.

Von Kaua’i ging es mit Hawaiian Airlines in 40 Minuten nach Honolulu auf O’ahu. Die Inselflüge kosten je nach Saison um die 100 $. Von O’ahu zurück nach San Francisco sind wir mit Delta geflogen.

Jede Fluglinie hat etwas andere Policies, was das Reisen mit Kindern betrifft. Hier lohnt es sich vorher einmal ganz genau nachzulesen. In der Regel kann zwei Sondergepäckstücke aufgeben (Kinderwagen und Autositz) und ein zusätzliches Handgepäck mitnehmen. Wir sind insgesamt mit 2 großen Koffern, zwei Handgepäck Koffern, einer Wickeltasche, dem Kinderwagen (Wir hatten eine extra Kinderwagentasche) und dem Maxicosi. Es kam uns vor, als ob wir auswandern würden.

WICHTIG: denkt daran, dass Ihr das Babybett für den Langstreckenflug vorbestellt. Leider hat man selbst dann keine Garantie. Wir haben zum Glück ein Bettchen bekommen, aber unsere Nachbarn mussten Ihr Baby den ganzen Flug über auf dem Arm halten. Das ist wirklich hart. Wenn Ihr Glück habt, könnt Ihr beim Einchecken fragen, ob die Maschine ausgebucht ist und wenn nicht, ob Ihr den Platz neben Euch haben könnt. Die Amerikaner sind in der Regel unglaublich zuvorkommend beim Reisen mit Kindern. Da kann sich Deutschland, eigentlich ganz Europa wirklich mal ein Vorbild nehmen. Auf allen Inlandsflügen hatten wir Glück und konnten auf den freien Platz bequem den Maxicosi hinstellen. Das hat viel besser geklappt als das Babybettchen. Beim Starten und Landen muss man das Baby auf den Schoss nehmen, aber den Flug über haben alle die Augen zugedrückt und uns den Maxicosi auch ohne NHTSA Zertifikat, was man für die USA eigentlich braucht, nutzen lassen.

 

 

Gepäck

Es gibt bestimmt Leute, die schaffen es selbst mit Kind mit leichtem Gepäck zu reisen. Wir gehören leider nicht zu denen. Wir wollten lieber auf Nummer Sicher gehen und für die Tage in San Francisco und die ersten Tage auf Hawaii genügend zu Essen und Windeln dabei haben. Für uns hat sich das auch absolut gewährt, denn man kann erst mal in Ruhe ankommen und muss nicht gleich shoppen gehen. Ein Stressfaktor weniger.

Fast alle Airlines erlauben, dass man kostenlos den Kinderwagen und einen Kindersitz mitnehmen darf, plus ein extra Handgepäck. Die Windeln haben wir einfach noch in die Kinderwagentasche gepackt. Genau genommen darf man das nicht, aber es hat niemand was gesagt.

Die Richtlinien für das Mitnehmen von Babynahrung für Kinder unter 2 Jahren sind sehr entspannt. Man darf soviel Nahrung und Flüssigkeiten mitnehmen, wie zur Versorgung des Kindes für die Dauer des Fluges notwendig ist. Wobei das sehr großzügig verstanden wird, weil es ja bei Flügen teilweise zu unvorhergesehen Verspätungen kommen kann. Man muss alles auspacken und im Zweifel öffnen. Aber wir durften sogar ohne Probleme Babywasser und warmes Wasser in der Thermoskanne mitnehmen. Die Lufthansa hat außerdem immer ein paar Hippgläser an Board. Einfach fragen.

 

Fortbewegung

In San Francisco kann man bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auskommen, wenn man in der Stadt bleiben möchte. Die steilen Straßen von San Francisco machen das Schieben des Kinderwagens aber zu einem echten Workout.

Auf Hawaii ist das Mieten eines Autos eine absolute Notwendigkeit. Besonderer Beachtung muss man dem notwendigen Kindersitz schenken. In den USA sind nur Sitze zugelassen, die den Vorgaben der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) entsprechen. Dabei handelt es sich aber um eine andere Norm als das hierzulande übliche ECE-Prüfzeichen. Das bedeutet, dass unsere Sitze dort streng genommen nicht erlaubt sind. Für Urlaubszwecke wird ihre Verwendung zwar toleriert, aber es ist nicht klar ersichtlich, was für Folgen das bei einem Unfall haben würde. Schlimmstenfalls könnte es Schwierigkeiten mit der Versicherung geben, wenn ein nicht in den USA zugelassener Sitz verwendet wurde und das Kind Verletzungen erlitten hat. Der zweite Aspekt sind die Strapazen, denen der eigene Sitz bei der Mitnahme ausgesetzt ist. Das Gepäck wird beim Transport auf den Flughäfen nicht gerade schonend behandelt. Es besteht die Gefahr, dass der Kindersitz dabei Schaden nimmt.

Man kann in der Regel Kindersitze als Sonderausstattung zum Auto dazu mieten. Bleibt man wie wir 6 Wochen, lohnt es sich einen zu kaufen.

Da unser Baby zum Zeitpunkt der Reise gerade mal 5 Monate alt war, konnte er in den normalen Kinderautositzen noch nicht sitzen. Wir haben einfach unseren Maxicosi mitgenommen und trotz unzulässiger Norm keinerlei Probleme gehabt. Aber das muss schlussendlich jeder für sich selber entscheiden.

 

Unterkünfte

Gute Unterkünfte auf Hawaii sind nicht günstig. Unter 100 Euro die Nacht wird es wirklich schwer etwas Schönes zu finden. Aber wie überall hängt auch das ein wenig davon ab, was man gerne möchte und wie wichtig es einem ist, wo man wohnt. Ob es Strandnähe haben muss und wie die Ausstattung sein sollte. Uns war klar, dass wir mit Baby relativ viel Zeit in unserer Wohnung verbringen würden und daher war uns eine schöne Ausstattung wichtig ebenso ein netter Außenbereich. Auf Hawaii dürfen nur an bestimmten Orten richtige Hotels gebaut werden. Das bedeutet, dass die meisten Unterkünfte auf den Insel Apartments oder Wohnungen von Privat sind. Ich finde das herrlich, denn hält man sich von den Pauschaltouristen Orten und den großen US Hotelbunkerketten fern, dann lebt man auf Hawaii wie ein Local. In Kailua zum Beispiel, gibt es nicht ein einziges Hotel. Aber dafür eine Menge Air BnB Unterkünfte.

 

Reisutensilien, die unverzichtbar waren

> Eine Auslandskrankenversicherung (besonders in den USA, denn das kann sonst wirklich         teuer werden. Für einen Arztbesuch bei einer Bindehautentzündung mussten wir 600$     zahlen.)

> UV Tuch und Sonnencreme

> Sonnenhut

> Babytrage

> Maxicosi (Eigentlich braucht man für die USA spezielle Kindersitze mit NHTSA Zertifikat.   Wir haben das aber einfach nicht beachtet und den Maxicosi mitgenommen und sind damit   problemlos gereist)

> Kinderwagen (ggf eine Tasche für den Kinderwagen)

> Premilch und Gläschen für die Flüge und die ersten Tage

> Nasentropfen damit die Ohren nicht so wehtun beim Druckausgleich

> Windeln für die ersten Tage

 

Reiseapotheke

> Fieberzäpfchen

> Belladonna Globolis gegen Fieber

> Osanit, Zahnglobolis

> Otriven Babynasentropfen für den Flug

> Nasensauger

> Pari, NACI o,9 Salzwasser Tropfen für Nase und Augen

> Microlax gegen Verstopfung

Reisen mit Baby bedeutet in jederlei Hinsicht mehr Planung und Voraussicht. Aber es ist absolut machbar. Wir haben jeden Tag unserer Reise als Familie genossen. Und auch wenn Charly sich vermutlich nie bewusst an seine erste Reise im Leben erinnern wird, so hoffe ich doch dass er irgendwie unbewusst einfach früh in seinem Leben erfahren durfte, wie vielfältig und wundervoll diese Welt ist. Und vielleicht konnte ich Euch auch ein wenig in der Planung für Euren  ersten Familientrip behilflich sein.

Weitere Reisetipps zu O’ahu und Kaua’i werde ich als nächstes für Euch zusammen stellen.

Eure Svea

 

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